Der Wikipedia-Eintrag über das Siebdruckverfahren ist so dermaßen lang, dass mir der bloße Versuch der Zusammenfassung aller wichtigen Fakten die Tränen in die Augen treibt. Aber beschränken wir uns mal auf das für den Aufkleber-Druck Wichtigste. Ich zitiere die Enzyklopädie mal: “Der Siebdruck [...] ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einem wischerähnlichen Werkzeug, dem Gummirakel, durch ein feinmaschiges textiles Gewebe hindurch auf das zu bedruckende Material gedrückt wird (Durchdruckverfahren).”
“Gummirakel” – klingt sehr unartig! Aber in dem Satz ist eigentlich fast schon alles Wichtige enthalten. Das “feinmaschige, textile Gewebe” besteht meistens aus Polyester oder auch Nylon (kinky!) und ist mit einer Schablone versehen, die die Farbe an bestimmten Stellen einfach nicht durchlässt. Im modernen Siebdruck wird das erreicht, indem das Gewebe mit einer Schicht lichtempfindlichen Materials beschmiert und dann belichtet wird, was echt mal Old School Fotografie ist. Dadurch lässt das Gewebe dann nur an den vorgesehenen Stellen zu, dass der unartige Gummirakel die Farbe durch das Sieb auf die zu bedruckenden Aufkleber überträgt. Und wenn man mit vier Farben drucken will, muss man natürlich auch vier Siebe herstellen.
Wichtig ist dabei natürlich, dass sich weder Sieb noch Druckfläche verschieben. Oh, und natürlich versteht sich von selbst, dass die Beschaffenheit des Rakels, das verwendete Gewebematerial, der Rahmen des Siebs, das Belichtungsverfahren, der Geburtstag des Druckereibesitzers und die Konstellation aus Mars und Venus das Druckergebnis entscheidend beeinflussen.
Dafür bietet das Siebdruckverfahren aber auch eine sehr hohe Qualität und wird weltweit mit am häufigsten eingesetzt. Da kommen also die meisten unserer schönen Aufkleber her. Der Rest des Wikipedia-Artikels ist bei mir aber leider nicht kleben geblieben …