Damit ich nicht immer nur alleine vor mich hinblubbere, gibt es jetzt mal den O-Ton, dass nicht nur ich Aufkleber und Sticker als Kunst im öffentlichen Raum empfinde. Vor ungefähr einem Jahr wurde dieses Interview mit Andreas Ullrich, selber Street Artist und Stickerdrucker, veröffentlicht, in dem er über Aufkleber als künstlerische Ausdrucksform redet.
Besonders interessant finde ich seine Definition, wann der Aufkleber zu Kunst wird: “Wenn der Aufkleber eine einzigartige Situation im (Außen)raum erschafft, bei der auf die vorgefundene Realität Bezug genommen wird und diese Realität dann uminterpretiert werden kann, dann ist der Sticker Kunst.” Nach dieser Definition kann der Sticker selbst gar kein Kunstobjekt sein – nur in der Interaktion mit seiner Umgebung kann er einen Diskurs erzeugen. Eigentlich stimmt das ja – ein Aufkleber ist nunmal da, um zu kleben und damit irgendeiner Oberfläche anzuhaften, was zwangsläufig eine Interaktion mit dem Raum bedeutet. Aber ist es wirklich zwingend die Interaktion mit diesem Raum, die den Sticker zu Kunst macht? Die bloße Tatsache, dass er irgendwo klebt?
Ich werde mich mit meinen drei Doktortiteln zurückziehen und das bei zwei Flaschen Rotwein durchdenken.