Auto-Aufkleber gegen Putz-Punks

In Berlin kommt es nicht selten vor, das Punks bei Rot vor die Ampel springen und Autofahrern die Windschutzscheibe putzen. Die Putzteufel möchten sich ihr Geld erarbeiten, statt Fußgänger einfach um einen Euro an zu schnorren: Das ist zwar löblich, kommt aber nicht bei jedem der nicht immer freiwilligen „Kunden“ gut an. An ihren Oldtimer lasse sie nur ein Ledertuch und frische Seifenlauge, sagt Tanja Trültzsch, und keine putzwütigen Punks. Die 31-jährige Grafikerin hat einen Anti-Putz-Punk-Aufkleber entworfen und verkauft ihn an Gleichgesinnte.

Sie sei die Diskussionen mit den Feudel-Schwingern leid, ob ihre Frontscheibe eine Grundreinigung benötige oder nicht. Einmal sei ihr der Putzdienst an drei aufeinander folgenden Kreuzungen angeboten worden. „Das ist doch absurd, oder?“, klagt die Aufkleber-Erfinderin.

Damit an den Kreuzungen künftig keine Missverständnisse aufkommen, hat sie demonstrativ den selbst entworfenen Sticker an die Windschutzscheibe ihres 69er-Roadsters geklebt. Der Auto-Aufkleber zeigt einen durchgestrichenen Schwamm-Wischer, den ein Unbekannter auf den Betrachter gerichtet hat. Die Botschaft ist zwar eindeutig, doch um sicher zu gehen hat Trültzsch sie in den Verbotsrahmen darunter geschrieben: „www.mach-ich-lieber-selber.de“.

Schluss mit Glotzen – Sichtschutzfolie und gut

Der gemeine Nachbarn glotzt gerne in fremde Fenster rein. Das kann zuweilen äußerst unerfreulich sein. Z.B. wenn man einfach mal in Ruhe nackt sein will oder man den Glotzer überhaupt nicht leiden mag und ihm daher schon aus Prinzip das Privileg der gaffenden Teilnahme an seinem Leben nicht zugestehen möchte. Mehr »

Grüner Aufkleber = Durchfahrt erlaubt

In vielen deutschen Städten hat der Aufkleber mit dem Jahreswechsel eine ganz besondere Bedeutung erhalten. Der Aufkleber Druck dient nicht mehr nur der Belustigung und der Verzierung, sondern ist für viele Autofahrer zur Pflicht geworden, da die Umweltplakette dort Einzug gehalten hat. Erstmals traten die Vorschriften mit dem Ziel der Feinstaub-Reduktion in Münster, Heidelberg, Bonn und Freiburg in kraft. In diversen anderen Orten wie Hannover, Bremen oder Frankfurt am Main wurden die, bereits geltenden, Regelungen verschärft. So gilt in Berlin seit dem 01.01.2010: Nur wer einen grünen Aufkleber am Auto besitzt darf rein! Durften dort, ebenso wie in Hannover, bisher noch Autofahrer mit gelben und grünen Plaketten die Innenstädte passieren, so gilt das jetzt nur noch für Autos, die mit einer grünen Plakette ausgestattet sind. In Bremen und Frankfurt müssen Wagen mit rotem Aufkleber künftig draußen bleiben, erlaubt sind dort nur noch die Farben gelb und grün.

Die Aufkleber sind gegen Zahlung einer Gebühr, die zumeist zwischen fünf und zehn Euro liegt, bei Zulassungsstellen und zahlreichen Werkstätten erhältlich. Kreativ wie die Aufkleber-Szene nun mal ist, hat sie natürlich längst eine Möglichkeit gefunden, die neuen Regelungen mit einem Augenzwinkern auf’s Korn zu nehmen. So hat ein Onlineshop einen Aufkleber für die „automobile Randgruppe“ entworfen – die Fahrer solcher Abgas-Schleudern, die keine Chance auf eine Plakette haben. Trabbis können so zum Beispiel mit einer schwarzen Plakette verziert werden, die das Bild eines Totenkopfes trägt. Natürlich darf der Hinweis des Onlineshops nicht fehlen, dass diese „Plakette“ nicht zur Einfahrt in eine Umweltzone berechtigt. ;) Warten wir ab, was sich die Aufkleber-Industrie noch als Antwort auf die Feinstaubplakette einfallen lässt.